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Glaube in Israel: Welche Religionen?

Israel kann als Wiege der abrahamitischen Religionen betrachtet werden. Doch als einzig jüdischer Staat der Welt genießt das Judentum hier staatliche und gesellschaftliche Vorrechte. Gerade beim Verfolgen der aktuellen Nachrichten fragen sich Reisende häufig: Welche Religionen gehören offiziell zu Israel und welche werden aktiv gelebt? In unserem heutigen Blogbeitrag möchten wir Sie über Religion in Israel informieren.

Ursprung der abrahamitischen Religionen in Israel

In Israel laufen alle Strömungen des Judentums zusammen. Fast alle unter ihnen erhoffen sich aus der religiösen Glaubenspraxis, dass hier im „gelobten Land“ der Messias wiederkehren wird. Auch das Messianische Judentum, eine eigentlich christliche Strömung, erwartet seine Ankunft. Westmauer („Klagemauer“) und herodianischer Tempel bilden den Mittelpunkt des jüdischen Lebens. Zugleich sind verschiedene Stätten wie der Felsendom auch Muslimen heilig. Ihre Religion ist aus Juden- und Christentum hervorgegangen und verehrt die gleichen Propheten, die an den gleichen historischen Orten gewirkt haben. Und auch die Geburts- und Lebensorte von Jesus Christus, welche Sie auf unseren christlichen Reisen besuchen können, befinden sich auf israelischem Boden, wobei Bethlehem heute im Westjordanland auf palästinensischem Territorium liegt.

Die Fülle dieser historischen Orte von religiöser und persönlicher Bedeutung für die Menschen, vereint alle abrahamitischen Religionen in Israel. Darum stellen sie heute den Hauptteil der Religionsanhänger in Israel:

  • Rund 74,7% der Israelis sind jüdischen Glaubens
  • 17,7% Muslime und
  • 2,0% Christen.
  • Die viertgrößte Gruppe bilden die 1,5% Drusen
  • Zudem findet in Israel die Minderheit der Bahá’i Zuflucht. Sie leben hauptsächlich in Haifa und Akkon.
  • In Katzir-Harish findet sich außerdem eine große Population von Hindus.
  • Eine Besonderheit Israels sind die jüdischen Neuheiden, hauptsächlich junge Menschen, die sich auf die alten kaananitischen Götter besinnen.

Glaube in Israel: Religion im täglichen Leben

Auch wenn das Leben in Israel sich auf die jüdische Religion konzentriert, jüdische Feiertage und Feste das Jahr strukturieren und jüdische Bewohner unbestreitbare Bevorzugung genießen, leben in Israel alle Religionen friedlich zusammen. Während die radikale Hamas in den palästinensischen Gebieten versucht, Muslime gegen Juden zu mobilisieren, leben die israelischen Muslime gerade in den Städten in einem angenehmen Klima zwischen der jüdischen Mehrheit. Alle anderen Glaubenspraxen werden ebenso respektiert. Zahlreiche Moscheen, Orthodoxe und Römisch Katholische Kirchen stehen hier zwischen den Synagogen und heiligen Stätten des Judentums. Eine besonders prachtvolle ist die Russisch Orthodoxe Kirche der Maria Magdalena in Jerusalem mit ihren typisch vergoldeten Zwiebeltürmen.

Unter den muslimischen Bewohnern gehören die meisten sunnitischen Strömungen und der Ahmadiyya Gemeinschaft an. Schulen in Israel überlassen Muslimen die Wahl, an einem muslimischen Religionsunterricht oder islamischen Studien in den Universitäten teilzunehmen. Einen Konflikt mit dem jüdischen Leben sehen darin vor allem die orthodoxen Haredi Juden. Sie treten auch für Einschränkungen des täglichen Lebens ihrer eigenen Religionsgemeinschaft ein. Auch die Baal teshuva Juden lehnen eine sekuläre oder multireligiöse Gemeinschaft ab. Beide Strömungen können als ultraorthodox betrachtet werden.

Religiöse Stätten in Israel besichtigen

Während Religion in Israel überall präsent ist, spielt sie im Umgang miteinander eine untergeordnete Rolle. Je nach Sicherheitslage, nach einem der zahlreichen Anschläge oder Attacken, kann es jedoch vorkommen, dass Touristen der Zugang zu religiösen Stätten verwehrt wird. Zudem besuchen Frauen in der Regel nicht die Klagemauer, sondern werden zum Besuch an eine weiter abseits liegende Stelle der Mauer gebeten. Der Felsendom ist nur für Muslime zugängig. Die Religionszugehörigkeit wird getestet.

Grundsätzlich können alle heiligen Orte von außen betrachtet und fotografiert werden. Laute Gespräche, Telefonieren und Rauchen sind hier unerwünscht. Der Respekt vor den Gläubigen sollte gewahrt bleiben.

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